„Für mich schließt sich mit dieser Ausstellung ein Kreis: Im Hermann Stenner Forum habe
ich über Jahre hinweg Ausstellungen besucht, habe geschaut, gelernt und gestaunt.
Dieser Ort ist für mich ein besonderer Raum der Begegnung mit Kunst. Nach so langer
Zeit wieder hier auszustellen, in meiner Heimatstadt Bielefeld, hat eine ganz eigene
Bedeutung. Kunst sollte Menschen erreichen – unmittelbar, lebendig und ohne
Schwellenangst. Gerade junge Menschen möchte ich einladen, sich mit Neugier und
Freude auf sie einzulassen und darin auch ein Stück ihrer eigenen Welt zu entdecken.“
Heiner Meyer
Mit BETWEEN GLAMOUR AND TRUST zeigt das Hermann Stenner Forum
eine Ausstellung, die sich dem Werk Heiner Meyers der vergangenen
zwanzig Jahre widmet. Im Zentrum steht ein Künstler, der die Bildsprache
der Pop Art aufgreift und sie als Pop Art 2.0 in die Gegenwart überführt. Mit
über 400 Ausstellungen weltweit gehört Heiner Meyer zu den prägenden
Positionen der zeitgenössischen Pop Art und ist zugleich in bedeutenden
internationalen Sammlungen vertreten.
Meyers Arbeiten verbinden Elemente der Konsum- und Luxuswelt mit Zitaten
aus der Kunstgeschichte. Designklassiker, Filmikonen und Markenästhetik
treffen auf kunsthistorische Referenzen und verschmelzen zu komplexen
Bildräumen. Dabei geht es nicht um das bloße Wiederholen bekannter
Motive, sondern um deren Transformation: Meyer verwebt Bildzitate zu
neuen Erzählungen, die den Betrachter in ein vielschichtiges Spiel aus
Wiedererkennen und Deutung einbeziehen.
Der Ausstellungstitel verweist auf das Spannungsfeld, in dem sich seine
Kunst bewegt. „Glamour“ steht für die visuelle Verführungskraft der Bilder,
für Luxus, Oberfläche und ikonische Strahlkraft. „Trust“ hingegen beschreibt
die Ebene der Bedeutung, der kulturellen Referenzen und der Frage, was wir
Bildern glauben. Zwischen diesen Polen entfaltet sich eine Malerei, die
ebenso sinnlich wie reflektiert ist und die Mechanismen von Konsum und
Bildproduktion mit feiner Ironie sichtbar macht.
Ein besonderer Teil der Ausstellung widmet sich der Pop Art als zentraler
Inspirationsquelle. Werke von Andy Warhol, Roy Lichtenstein und Alex Katz
treten in direkten Dialog mit Heiner Meyers Arbeiten und machen
nachvollziehbar, wie sich künstlerische Einflüsse in eine eigenständige
Bildsprache übersetzen.
So wird die Ausstellung zu einer Reise durch Meyers Bildwelt – und zugleich
zu einer Reflexion über die Weiterentwicklung der Pop Art bis in die
Gegenwart.
Kuntforum Hermann Stenner | Obernstraße 48 | 33602 Bielefeld
Gefördert von der Goldbeckstiftung

